- Supernovae ohne Sterne
- Supernovae mit Sternen
Im Sternbild Schwan gibt es eine der größten von der Erde zu sehenden Strukturen … wobei „Sehen“ nicht wirklich stimmt. Die Struktur ist so fein, dass man sie nur mit langen Belichtungszeiten sichtbar machen kann: der Cirrusnebel.
Er ist so groß, dass er selber keine Katalogbezeichnung besitzt, sondern aus einem Konglomerat aus NGCs,ICs etc. besteht.
Der Cirrusnebel ist ein Supernovaüberrest. Die eigentliche Supernova ist schwer zu datieren, man geht aber von 5000 bis 15000 Jahren aus (für astronomische Verhältnis ist so eine Schätzung fast schon genau 😉 ) Von uns aus ist er ca. 1400 Lichtjahre entfernt. Ein ICE bräuchte bei seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 140km/h (inkl. Baustellen, Zugüberholungen etc.) ca. 10.791.695.185 Jahre 😉
Auf den beiden Bilder ist der Western Veil abgebildet. Er hat die NGC-Nummer 6900 und auch sehr prominent zu sehen ist der Stern 52 Cygni und man könnte bei dieser Konstellation nun vielleicht vermuten, dass beide Objekte in einer Beziehung zueinander stehen. Leuchtet der Stern womöglich den Nebel dadrunter an?
Nein, das ist nicht der Fall. Beide Objekte liegen um die 190 Lichtjahre auseinander.
Die Aufnahmen hier wurden mit einer ASI183 MC Pro und einem Redcat51 Teleskop erstellt. Als Filter wurde ein Optolong Lextreme (ein sündhaft teures Stück Glas) genutzt. Es handelt sich um einen Schmalbandfilter (Halpha und OIII), der einen sehr schmalen Lichtbereich durchlässt. Diese Filter eignen sich hervorragend für solche Objekte, haben aber natürlich den Nachteil, dass sie die Sternfarben nicht „schön“ abbilden und zudem eine längere Belichtungszeit brauchen.
Die Gesamtbelichtungszeit dieses Bildes beträgt knapp 12h. Das ist nicht viel für diese Art von Objekt.
Gestackt ist das Bild mit Siril (teste ich gerade als Alternative zu Pixinsight) und die weitere Bearbeitung fand mit Pixinsight und Photoshop statt.
Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich mit einem Plugin in dem zweiten Bild die Sterne entfernt, damit die Filamentstruktur noch schöner zu erkennen ist. Das hat aber aus meiner Sicht auch den Nachteil, dass die Bilder nicht mehr realistisch aussehen und man immer das Gefühl hat, dass da was fehlt.
Ich habe parallel zu den Schmalbandaufnahmen auch RGB-Bilder gemacht und in einem späteren Schritt, will ich die „RGB Sterne“ erscheinen lassen.

