Luftkämpfe und Die Naturfreunde

Was für ein großartiger Tag. Es konnte eigentlich kein besseres Wetter für den ersten Tag geben. Strahlend blauer Himmel und fast schon zu warm 😉

Die Strecke selber war abwechslungsreich. Die ersten Kilometer gingen durch die Heide, kein Wind, warm und schöne Luft. Bei Schneverdingen wurde es dann anstrengender, einige Anstiege und Gegenwind. Auch die Google-Routenführung (ich muss wohl meinen Garmin über nacht angelassen haben, so dass er heute morgen entladen war) war … nennen wir es mal spannend. Bin drei Kilometer über ein Feld gefahren, auch waren einige Waldstrecken eigentlich nicht wirklich fahrradkompatibel. Wäre ich aber nicht über die Feldstrecke gefahren, hätte ich nicht dieses interessante Schauspiel am Himmel beobachten können: Zwei Krähen oder Raben griffen regelmäßig in der Luft einen Greifvogel an, der nur versuchte, schnellstmöglich zu entkommen. Er hatte wohl bei seinem Raubzug nicht damit gerechnet, dass er auf so wehrsame Opfer/Gegner trifft.
Spannenderweise habe ich ca. 40km später eine ähnlich Szene auf dem Feld beobachten können.

Als ich meine zweite Wasserflasche vom Gepäckträger holen wollte, fiel mir dessen leichtes Gewicht auf. Sie muss wohl undicht gewesen sein, auf jedenfall war sie leer, was die nächsten 25km nicht so schön gestaltete. Durst bei gleichzeitiger Anstrenung ist kein schönes Gefühl.

In Nienburg bin ich dann förmlich in eine Tankstelle eingefallen.

Mittlerweile war es so um 17 Uhr und die Frage kam auf, ob ich weiterfahre (nächste bekannte Übernachtungsmöglichkeit wäre 30km weiter gewesen) oder mir was in Nienburg suche.
Nienburg muss ich dazu sagen, ist nett, aber nicht wirklich schön. Auf dem Weg zu der o.g. Übernachtungsmöglichkeit bin ich dann bei den Naturfreunden Wyneken vorbeigekommen. Bei der Recherche im Vorwege waren die eine mögliche Anlaufstelle, ich muss aber zugeben, dass mir das ganze Konzept schon etwas abgefahren vorkam.

Beim Lesen des Anschlags vor dem Gebäude kam ein Mann zu mir und fragte, ob er mir helfen könne. Wir kamen ins Gespräch und alles wirkte so sympathisch, dass ich ich entschied, die Nacht dort zu verbringen.

Die „harten“ Fakten: ein Zimmer für mich, Dusche und WC auf dem Gang und der Charme einer Jugendherberge aus den 80ern (erinnert mich an die JH auf Amrum 1985). Supernette Leute und ein tauber Gast … vermute ich jedenfalls, da er die ganze Zeit vor dem Fernseher im Gemeinschaftsraum saß und die Töne eher schon spüren konnte.

Ich habe dann mit dem einen Mitarbeiter noch ein bisschen in der Sonne gesessen und ein Weizen getrunken.

Diese Zeilen schreibe ich gerade aus dem Mister Q (ein bisschen wie das September oder Schweinske). Ist hier alles etwas günstiger. Der Salat war superlecker und gleich geht es zurück.

Heute werde ich nicht alt.

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