Das Ziel vor den Augen

Der letzte Tag war noch mal ziemlich heiß und anstrengend … ich lerne daraus, dass ich nächstes Mal „Tolles, heißes Wetter“ nicht mit „Fahrradwetter“ gleichsetze. Ich kam erst spät los, da das Hotel erst ab 7:30 Frühstück anbot. Alles in allem ist es dann 8:30 Uhr geworden. Am Anfang war es ziemlich mühsam, die Oberschenkel waren von den 146km am Vortag ziemlich müde und die Nacht war auch nicht gut. Zwar hatte ich ein schönes Zimmer, aber schlafen konnte ich nur sehr oberflächlich. Das ist der Nachteil bei solchen Touren, jede Nacht ein anderes Bett, andere Umgebung und andere Duschen. Letztere hat mich total genervt. Da freut man sich auf eine heiße Dusche (was bei den Temperaturen zugegeben recht paradox klingt) und dann kippt der Duschkopf immer nach unten … Luxusproblem zugegeben, aber wenn man mal eine Viertelstunde duschen möchte, bekommt man langsam einen steifen Arm.

Der dritte Tourtag war ein landschaftlich sehr schöner … jedenfalls die meiste Zeit. Die Hügel wurden höher, die Landschaft interessanter. Ab und an ging es vom Fluss weg und die Anstiege hatten es teilweise in sich. Tempo kam aber nicht wirklich auf und auch die Pausen wurden länger. Die Distanz der letzten beiden Tage saß in den Muskeln.
Irgendwann stand das erste Mal auf dem Schild „Hann. Münden“ … und sowas beflügelt natürlich. Bei Bad Karlshofen wurde die Strecke frustrierend. Die ganze Zeit an einer Schnellstraße, ohne Schatten und stetig bergauf. Irgendwann ging es zum Glück von der Straße weg, runter zu einer kleinen Fähre … naja eigentlich war es nur ein kleines Schiff für ein, zwei Fahrräder , die nach dem Gierseil-Prinzip funktioniert (sowas hatte ich schon an der Elbe gesehen).
Die Fähre bedient sich der Strömung, an der Elbe ist sie an zwei Seilen mit einem Fixierpunkt im Fluss befestigt, an der Weser ist es ein Seil, das über den Fluss gespannt ist. Durch die Strömung wird das Schiff quasi rübergedrückt. ein einfaches wie auch geniales Prinzip, was nur bei Flüssen mit entsprechend schneller Strömung und wenig Schiffsverkehr funktioniert. Der Fährmann wollte einen Euro haben.
Drüben angekommen entschied ich mich fälschlicherweise gegen eine Rast in dem Gasthof am Fähranleger und radelte erstmal weiter. Langsam kam aber der Hunger und auch der Durst nach was anderem als Wasser. Aber es kam nichts, erst 20-25km später kam ich an einem alten Bauernhof vorbei, der als Cafe ausgebaut war. Gierig fiel ich über den Apfelkuchen her.
Es ging weiter, meine Geschwindigkeit ging runter und die Pausenfrequenzen hoch. 18km lesen sich für jemanden, der vor dem Rechner sitzt, lächerlich wenig, aber nach 80-90km ist das eine Stunde bei starker Hitze … am Ende ist das aber alles selbstgewähltes Leid 😉

Gegen 16 Uhr kam ich am Weserstein (Anfang der Weser) an. Es war an der engen Stelle brechend voll. Ich habe das Durchschnittsalter dramatisch gesenkt und war froh, als der Reisebus verschwunden war. Nach einer gefühlten Ewigkeit unter einem Baum mit Schatten ging es kurz in die Altstadt, ein Eis essen. Der Weg zum Hotel war die Bergankunft 🙂 Es ging ziemlich stark bergauf und ich fluchte, dass ich nicht ein Hotel in der Altstadt genommen hatte (was mir allerdings HRS noch booking.com auch angeboten hatten). Im Hotel angekommen, habe ich erst mal die beiden Mineralwasserflaschen auf dem Zimmer geleert und dann …. nein es ging nicht unter die Dusche, sondern erst mal gemütlich in den Sessel. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber nach Sport öle ich erst mal ein bisschen nach. Erst danach ging es unter die Dusche, die einen perfekt sitzenden Duschkopf hatte 😉

In dem Hotelheft wollte ich nachlesen, wann das Restaurant des Hotels auf hat, um dort zu lesen, dass es gar nicht auf hat, da es renoviert wird (Von Mitte Juli bis Ende August). Welcher Vollpfosten kommt bitte auf die Idee in der Ferienzeit schlechthin, das Restaurant zu renovieren. Sowas macht man doch in der absoluten Nebensaison.
Statt des Restaurants wurde eine kalt/warmes Buffet im Wintergarten angeboten, was meinem Hunger auch eher entsprach. Ich habe einige Male nachgeholt 🙂
Später ging es aufs Zimmer, wo ich im Halbschlaf irgendeine gruselige Rateshow mit Kai Pflaume sah. Es war perfekt, den Kopf komplett leerlaufen zu lassen und einzuschlafen.

Fahrleistung: knapp 110km

Abschlussbericht findet ihr hier
Aktualisierte Statistik meiner Deutschlandtour hier

Hier meine heutige Route:

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