Männer die auf Enten starren

Der Tag fing eher verhalten … jedenfalls was Wetter betraf. Mein Hotelzimmer ging zu einem Bach raus und die Nacht hörte ich das Plätschern des Wassers; was zum einen Einlullend wirkt zum anderen auch andere Geräusche wie in diesem Fall Regen verdeckt. Als ich heute morgen also aufwachte, und den Wetterbereicht für den vormittag mir anschaute, war ich verwundert, dass die Regenwahrscheinlichkeit aktuell bei 100% sein sollte. Ein Blick aus dem Fenster aber bestätigte die Vorhersage.Und wenn man sich dann noch das Regenradar so anschaute, dürfte das ein nasser Vormittag werden.
Weit gefehlt! Nach einem nicht erwähnenswerten Frühstück nieselte es zwar die ersten Minuten auf dem Rad, doch wurde dies immer weniger und irgendwann war es von oben her trocken. Die Strecke selber war aber feucht, so dass ich besonders auf den Waldstrecken aufpassen musste.
Die Strecke ging eine lange Zeit an der Glan entlang, ein wildromantischer Fluss, an dessen Verlauf eine Bahnlinie früher verlief und auf der alten Trasse ging nun der Radweg lang. Oft fuhr ich durch alte Eisenbahntunnel durch kleine Berge, überquerte die Glan auf rostigen Brücken, alles total urig. Je später der Vormittag wurde, desto wärmer wurde es, ich zog die Regenjacke aus und gegen späten Nachmittag bog ich von der Glan in die Nahe.
Der Radweg hatte es zum Teil in sich. Eine Teilstrecke ging über einen Kilometer mit einer Steigung von 12% hoch, der Blick von oben war atemberaubend, sofern ich noch einen Rest-Atem hatte.
In Bad Kreuznach am Fluss in einer ganz ruhigen Ecke fand ich einen kleinen Eisladen. Eine Kugel Schokoalde und eine Kugel Banane gönnte ich mir, setzte mich auf die Bank und nach wenigen Sekunden scharrten sich viele Ente um mich herum. Ich saß dort einige Minuten und beobachtet die Tiere, wie sie untereinander schnatterten und agierten. Dann ging es weiter.
Irgendwann erschien Bingen auf den Fahrradwegschildern und ich wurde langsamer. Das kannte ich von meinen beiden Touren (2011 und 2013), je näher ich dem Ziel kam, desto langsamer wurde ich. Klar freue mich am Ende jedes unheimlich auf zuhause, auf der anderen Seite habe ich die Zeit unterwegs auch genossen.
Gegen früher Nachmittag erreichte ich Bingen am Rhein und setzte mich an die Kaimauer und genoss die Sonne und den Wind.
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1034km liegen hinter mir, und ich habe mich unheimlich gefreut, dass sie auch dieses Mal ohne einen Schaden verlaufen sind. Das Wetter war größtenteils gut und ich hatte keine Hänger wie zum Beispiel damals auf der Tour zwischen Neuburg und Offenbach (2011).
Untergekommen bin ich im Weinhotel Michel. Nach einer Dusche ging es an den Rhein in einen Biergarten. Danach spazierte ich noch durch den Ort und sitze jetzt wieder im Zimmer und könnte mit Bettberührung sofort einschlafen. Die Taschen habe ich jetzt schon alle gepackt, dieses Mal nicht radtourkompatibel sondern so, dass ich im Zug alles wichtige am Mann habe und die Radtaschen irgendwo stehen lassen kann.

Wer den Blog verfolgt hat, wird wissen, dass mein ursprüngliches Ticket Hamburg – Berchtesgaden ein 1-Klasse-Ticket war, das Ticket Koblenz-Hamburg ist auch eines 🙂 Auch hier gab es wieder ein Sparangebot.

Die heutige Strecke:

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