Licht und Schatten

Die Nacht war erwartungsgemäß früh zuende. So hatte ich 2 1/2 Stunden Zeit meine Fahrradtaschen neu zu packen und mich auf das Frühstück zu freuen. Diese Freude wurde leider sehr schnell getrübt, es hielt sich doch eher in Grenzen.
Um 9 Uhr ging es dann gen Koblenz am Rhein entlang aufs Rad. Nach 2h war ich dann beim Deutschen Eck … was soll ich sagen, ist eher was deutschnationales und liegt mir recht fern.
Achtung für die Mitleidigen (wie mich): Die nächsten Zeilen in kursiv überspringen:
Diese Fahrt hat nicht nur schöne Seiten. Sehr oft sieht man am Straßenrand Kreuze von Verunfallten (meist … naja eigentlich immer männlich), auch liegen dort oft tote Tiere. In Koblenz, kurz vorm Deutschen Eck, wollte ich mir Kaugummis bei einem Kiosk holen, ich stellte mein Rad ab, drehte mich um, und auf einer Kiste aus Metall, keine 50cm von mir entfernt, saß eine Meise, die keine Anstalten machte, wegzufliegen, der Kioskbesitzer sagte, dass sie gerade gegen die Scheibe geflogen und wohl verletzt sei. Ich bin kurz in den Laden und als ich rauskam, saß sie immer noch da. er meinte, dass er sich um sie kümmern würde.
Was auch immer das heißen mag, und leider geisterte dieser kleine Vogel die ganze Zeit danach in meinem Kopf (wie ja auch irgendwie jetzt immer noch).

So, genug der traurigen Geschichten!

Von Koblenz aus ging es an der Mosel entlang. Die Temperatur wurde immer höher und ich hatte mächtig zu kämpfen; ich habe an dieser Stelle mein CamelBag vermisst. Wasser ist in solchen Momenten das A und O!
Zwischendurch machte ich an einem Weinberg halt und ein älteres Paar gesellte sich zu mir und erzählte mir von einem Fahrradweg direkt an den deutsch-französischen Grenze, der auch sehr schön sein soll.
Heute bin ich in Ernst – 4km die Mosel weiter von Cochem – gelandet. Das Hotel ist gerade modernisiert worden Es liegt an der stark befahrenen Landstraße und wenn man draußen steht ist es recht laut, da die Zimmer alle klimatisiert sind und dreifach verglast, hört man davon nichts.
Negativ aufgefallen:
– mein Zimmer liegt neben dem Fahrstuhl … ich hoffe mal, dass ab 22 Uhr keiner mehr unterwegs ist
– das beworbene WLAN ist so gut wie nicht existent
– und hier bin ich über mein Schatten gesprungen und habe das dem Kellner/Empfangsmenschen später gesagt, „mein Vorgänger hätte wohl ein Verdauungsproblem gehabt“ er guckte mich fragend an und ich verwies auf die nicht geputzte Toilette. Sowas geht aus meiner Sicht nicht! Egal wie viel ein Zimmer kostet.

Streckentechnisch war der heutige Tag am unteren Ende. Der Umweg über das Deutsche Eck und die hitzebedingten Pausen taten ihr übrigens. Morgen wird es spannend. Gegen nachmittag haben sie Gewitter und Regen angekündigt.

Gute Nacht Johnboy. Gute Nacht Marybeth

Die Strecke:

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