Röhrenabend

Es geht mir gut wenn mich gute Musik geflasht hat
auch wenn Regen draußen plätschert weiß ich gleich gehts mir besser
es geht mir bestens selbst bei schlechtem Wetter
streift Sonne aus meiner Box über die Dächer

(aus Gute Musik von Clueso)

 

Dritter Röhrenabend in zwei Monaten … und es war auch dringend nötig! 2013 war voller Musik, die man noch mal bei einem guten Rotwein Revue passieren lassen musste. Dieser Abend hatte mehrere Mottos: Was Neues, was Bewährtes und was Dunkles.

Meine Musikauswahl genau 50-50 aufgeteilt, die ersten sieben Lieder waren neu, die letzten sieben eine Art Auszug aus Best ofs. Ronalds Lieder waren geprägt von seinen Weihnachtsgeschenken (Delta Machine von Depeche Mode und Push the sky away von Nick Cave and the bad seeds) und der dunklen Jahreszeit.

Zum Abschluss (23:40 !!!) gab es dann noch mal einen Allstar in Zimmerlautstärke … also den Zimmern auf der anderen Straßenseite.

Es war der würdige Abschluss eines tollen Röhrenjahres 2013!

 

Ich wünsche euch allen auf diesem Wege einen formidablen Jahreswechsel in ein gesundes und tolles 2014! 

Meine Songs:

Bell – Mike Oldfield

Auf den song kam ich bei einem Musikabend bei Alberto. Mir gefiel die Art wie der Song aufgebaut wurde, es kamen – mit Ansage – immer neue Instrumente hinzu. Auf der Röhre hat der Song gefallen. Klare Instrumente aber auch ein paar Längen.

 

Africa – Toto ( von der Platte “Xx (1977 – 1997)”)

Für mich ein eindeutiges Zeichen, dass die führende 4 mit großen Schritten auf mich zu kommt. Toto war eine Gruppe, die bei mir in freundlich gestimmten Momenten als Fahrstuhlmusik galt ind unfreundlichen … aber lassen wir das.

Der Song war super klasse! Es handelt sich hierbei aber auch um eine Live-Version; knappe 10min lang, aber es gibt keine Längen, die Instrumente sind sehr klar, die Stimme toll.

Hier ein Mitschnitt aus dem Amsterdam-Konzert:

 

No roots – Faithless

Die Scheibe hatte ich eher weniger auf der Reihe; vielleicht gehört sie auch zu den schwächeren von Faithless; richtig bekannt darauf ist eigentlich auch nur Mass Destruction.

Aber warum eigentlich? No roots ist ein sehr dichter und schöner Song. Wie gewohnt ist auch die Aufnahmequalität klasse und die Stimme von Dido ist eine Offenbarung … genug des Gesülzes 🙂

Leider findet man bei youtube nur Videos, die bei uns gesperrt wurden. Daher ein Link auf eine türkische Plattform:

http://www.zapkolik.com/video/faithless-no-roots-542749

 

Relax – Frankie goes to hollywood

Ich mag den Song wie die Gruppe selber sehr. Muss aber auch sagen, dass mit ein bisschen mehr Augenmerk auf die Aufnahmequalität die Songs noch besser wären. Die Bässe und Höhen könnten deutlich besser rausgearbeitet werden, der Song würde dann noch treibender sein, als er so schon ist.

 

Tupelo hones – Cassandra Wilson

Als Frauenstimmenfetischist wurde ich nach den ersten Sekunden unruhig. Eine sehr schöne Stimme, die Instrumente sind sehr klar und es kommt eine schöne Stimmung auf. Sehr zu empfehlen!

 

Don’t let the sun go down on me – Joe Cocker

Mr. Cocker hatten wir, warum eigentlich?!, bis jetzt sehr selten. Die Aufnahme ist toll und die Stimme ist etwas ganz besonderes. Ronalds Kommentar “Schamlos geklaut von Elton John”. Wir haben dann gleich die Version von Elton John und George Michael (1991 im Wembley Stadion) reingeschmissen (siehe unten)

 

Wire to wire – Razorlight

Ist nicht wirklich ein Song von mir; Ronald fragte, ob ich den besorgen kann bzw. in meiner Sammlung habe. Ich muss gestehen, dass mich das Lied nicht berührt. Es ist eher langweilig. Die Aufnahmequalität und die Stimme sind aber unbenommen sehr gut!

 

Kommen wir jetzt zu einem Auszug der best-ofs 2013 und darüber hinaus; ich habe einfach den Text aus den vergangenen Röhrenabenden übernommen und bei Bedarf etwas hinzugefügt:

 

Rise – Hans Zimmer (The dark knight rises)

“Geil geil geil :-)”

Dem kann ich eigentlich nur ein weiteres Geil hinzufügen. Gehört zu meinen absoluten Lieblingslieder auf der Röhre, diese Bässe, die klare Stimme zwischndurch, man durchlebt den ganzen Film in knapp 8min.

 

L’Essenziale – Marco Mengoni

“Den Song hatte ich bei unserer internen Tipprunde zum ESC auf der Position “Wer sollte gewinnen”.
Der Song hat nicht enttäuscht! Eher im Gegenteil. Für einen “Popsong” eine sehr gute Aufnahme und seine Stimme bewegt mich. Und ja, der Song ist ein bisschen italienisch-schmierig-kitschig.”

Dem kann ich weiterhin nichts hinzufügen. Ich mag diese Stimme und die Stimmung.

 

Gute Musik – Clueso

“Was für lässig-geiler Song. Die Aufnahme ist wirklich großes Handwerk und der Song ist sinnbildlich für unsere Röhrenabende.
Es geht mir gut wenn mich gute Musik geflasht hat
auch wenn Regen draußen plätschert weiß ich gleich gehts mir besser
es geht mir bestens selbst bei schlechtem Wetter
streift Sonne aus meiner Box über die Dächer”
Gibt leider kein gutes Video davon im Netz 🙁

 

Wrong – Depeche Mode

Ja der Abend entwickelte sich zu einem halben DM-Abend. Aber der Song musste einfach mal wieder auf der Röhre sein. er litt aber darunter, dass vorher Rise von Hans Zimmer gespielt wurde und da kann der beste Song nur gegen abkacken.

Die ersten 26sek des Videos bitte ich zu entschuldigen, der Rest ist klasse

 

Running up that hill – Placebo

Man muss diesen Song einfach auf einer Röhre mit entsprechenden Boxen hören oder mit guten Kopfhörern; die Bässe wabern am Boden entlang, die Stimme von Molko gibt dem Song den Rest in eine ganz neue Richtung.

In der englischsprachigen Wikipedia findet sich folgender sehr treffender Satz:

It has been described by Q magazine as ‘sound[ing] more like a pact with the Devil’ than the original ‘deal with God’.

 

Sirens – Pearl Jam

“Es war der letzte Versuch und er hat sich gelohnt. Bis dahin war Songs von Pearl Jam auf der Röhre eher schlecht und Klangbrei. Das hat sich bei dieser Scheibe deutlich verändert. Toller Song, sehr schöne Akustik, klasse.”

Die neue Scheibe von Pearl Jam war eine große Überraschung in diesem Jahr. Die letzten Platten waren eher durchschnitt und ich hatte mit schlimmeren gerechnet.

 

Billie Jean – Michael Jackson

“Vor drei-vier Tagen lief eine dieser nervigen “Die 100 tollsten Einläufe aller Zeiten”-Sendungen auf einem der Hartz4-Sender, aber bevor ich wegskippen konnte bzw. wollte, blieb ich dann doch hängen. Die dort vorgestellten Songs und die dazu gehörigen Interpreten und Geschichten unterschieden sich von dem üblichen Gewäsch solcher Sendungen. Ein Song war Billie Jean … aus meiner Sicht einer der besten Songs ever. Schon nach den ersten Takten muss ich mitwippen und habe den Drang zu tanzen 🙂 Die Aufnahmequalität ist – wie bei vielen Jackson-Songs – hervorragend.”

 

Das war mein letzter Song des Abends aber wir konnten den Abend nicht so ausklingen lassen, und daher folgte … aber dazu später mehr.

 

Sannes Song:

Plötzlich lief Sanne rein und wedelte mit einer CD. Ronalds Kommentar “Stink?” wurde mit einem Hieb in die Seite quittiert und die CD wurde reingelegt. Es war in der Tat Sting 🙂

Kommen wir zu einer Vergangenheitsbewältigung meinerseits 😉

In einem Spanienurlaub (es muss 1985 gewesen sein)  kam ich eines Mittags vom Strand in unser Haus zurück und schaltete MTV ein (für die jüngeren unter den Lesern, MTV hat früher Musikclips ausgestrahlt und war mal ein angesagter Sender … heute kaum vorstellbar), dort lief Russians. Ich war total geflasht. Wohlgemerkt 1985 … da war ich elf Jahre alt und hatte gerade harte Zeiten mit Nena und anderen unaussprechlichen Interpreten hinter mir 🙂  Egal … Sting blieb ich die nächsten Jahre treu. Ich fuhr zu Konzerten von ihm nach Kiel; alleine denn kein anderer wollte mit; kaufte mir jede CD und T-Shirts und noch zu meiner Abi-Zeit gehörte er immer noch zu meinen Lieblingsinterpreten (bei der Übergabe der Abiturzeugnisse hatten sich die Organisatoren unter uns ausgedacht, dass bei der Einzelübergabe jeweils ein passender Song bzw. der Song des Lieblingsinterpreten im Hintergrund lief. In meinem Fall war das Englishman in N.Y von Sting) Zur gleichen Zeit hörte ich aber auch schon mehr Rage against the machine, Pearl Jam, Soundgarden etc. Ich befand mich also in einem Spannungsverhältnis 😉
Irgendwann aber nervte mich Herr Sumner. Seine Alben wurden zu abgehoben und Pseudokreativ und sein Sendungsbewusstsein kannte keine Grenzen mehr.

OK, genug des Sabbelns … Sanne hatte Perfect Love gone Wrong ausgesucht und die Wahl war goldrichtig. Klare Aufnahme, tolle Inszenesetzung der Instrumente und Stings Stimme kam sehr gut rüber, das nervige Pseudo-GeRappe hätte er sich sparen können.

 

 

Ronalds Songs:

Ronald muss dieses Jahr sehr brav gewesen sein, es gab nämlich u.a. zwei sehr schönen Alben.

Angel – Depeche Mode

An dieser Stelle muss ich Abbitte leisten. Beim ersten Durchhören von Delta Machine war ich enttäuscht und habe die Platte wieder zurückgepackt. Es ist aber wie so oft, manchen Scheiben muss man eine zweite Chance geben.

Angel ist fett! Depeche Mode hat da wirklich alles an Möglichkeiten für einen geilen Sound reingesteckt.

 

Finishing Jubilee Street – Nick Cave and the bad seeds

Das zweite Album was er geschenkt bekam war das neue von Nick Cave. Meiner Meinung nach ist es das beste des Jahres. Nach einer eher schlechten Phase hat er wieder alte Stärke zurückerlangt. Warren Ellis hat einen extremen und sehr guten Einfluss auf ihn.

Der Song wäre nicht der erste gewesen, den ich für einen Röhrenabend genommen hätte und ich lag falsch! Er ist sehr wohl einer der ersten für einen solchen Abend.

 

 Temura – Javier Paxarino und Glen Velez

Man fühlt sich in die Vergangenheit versetzt, ein Shamane singt und tanzt, das Feuer lodert. Sehr schöner Song und eine tolle Aufnahme. Interessanterweise fadet der Song an einer Stelle aus, in der es gerade noch tiefer gehen wird; jedenfalls hatte ich das Gefühl. Und nach einer Suche im Netz habe ich auch noch eine Version gefunden, die deutlich länger ist.

Hier die kurze Version:

Hier die lange:

 

Tutu – Miles Davis

Unbestritten eine hervorragende Aufnahme und ein großartiger Künstler … aber nicht mein Fall. Ich mag diese quäkigen Trompeten nicht.

 

Don’t let the sun go down on me – Elton John & George Michael

Die Version ist Musikgeschichte. Zwei ganz große! Mir gefällt die Version von Cocker noch ein bisschen mehr, was vielleicht an dem Unterschied Studio – Live liegen mag oder an der großartigen Stimme von Cocker.

 

Slow – Depeche Mode

Wie gesagt, Depeche-Mode-Abend 🙂 Schöner Song! Sehr dicht und eine tolle Aufnahmequalität, es hat fast schon was 3d-mäßiges.

 

Higgs Boson Blues – Nick Cave and the bad seeds 

Der unausgesprochene Hauptsong der Scheibe. Großartig.

“Can you feel my heartbeat?”

 

Bitter Sweet Symphony – The Verve

Ein alter Bekannter auf unseren Röhrenabenden. Der Song ist unglaublich vielschichtig und besonders zum Ende hin steigert sich in ein großes Orchester ohne Klangbrei zu werden. Er bleibt klar und wunderschön.

Mich persönlich erinnert er an einen Urlaub in London. Die Scheibe kam da gerade raus und ich habe da meine damalige Freundin besucht, die tagsüber arbeiten musste, während ich durch London ging und die Stadt lieben gelernt habe.

 

Should be higher – Depeche Mode

Streng genommen ist das eher mein Song gewesen; ich hatte ihn beim Musikabend bei Alberto gehört und wollte ihn auf der Röhre hören. Wir wurden nicht enttäuscht. Er gefiel mir sogar mehr als die beiden DM-Songs von der gleichen Scheibe, die wir vorher gehört hatten.

 

Der Abend wurde sehr lang und gegen 23:40 … wir hatten gerade Billie Jean gehört, kamen wir überein, dass unser Allstar der perfekte Abschluss für den Abend wäre

 

Bullet In The Head – Rage Against The Machine

Wie gesagt es war in Zimmerlautstärke … halt im Zimmer auf der anderen Straßenseite. Der SOng tut gut, er schreit alles raus und man will mitschreien.

http://www.youtube.com/watch?v=e0j0GCbMC7A

 

Ya standin’ in line
Believin’ the lies
Ya bowin’ down to the flag
Ya gotta bullet in ya head

A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
A bullet in ya head!
Ya gotta bullet in ya fuckin’ head!

Yeah!

Yeah!

This post is part of the thread: Röhrenabend – an ongoing story on this site. View the thread timeline for more context on this post.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.