fideles hörBuch

Wenn man am Tag so um die 2 1/2 bis 3h auf dem Rad sitzt und die Strecke schon im Schlaf kennt, muss man die Zeit irgendwie nutzen. Eine zeitlang habe ich Musik gehört, aber das war schnell langweilig. Danach hörte ich podcasts; da es aber nur sehr wenige gibt, die mich interessieren, und diese auch eher selten neu rauskommen, bin ich jetzt zu Hörbüchern übergegangen.

Jeder der jetzt sagt, dass man auf dem Rad keine Kopfhörer tragen darf, bzw. Musikhören u.ä. auf dem Rad nicht erlaubt sind, dem muss ich widersprechen. Wäre ja auch hirnrissig, als Autofahrer kann ich die Anlage über die Schmerzgrenze hinaus aufreissen, als Fahrradfahrer wird das “Nicht-hören” als Gegenargument angeführt. Ich bin aber auch der Meinung, dass das Hörbuch es erlaubt, trotzdem seine Umwelt zu hören. Jedenfalls habe ich bis jetzt jedes Klingeln gehört und auch ein Polizist, der mich anhielt, hat nichts gesagt.

Ich möchte in ganz kurzen Beiträgen meinen Senf zu Büchern, die ich unterwegs gehört habe, geben. Es geht mir hier nicht primär um den Inhalt sondern vielmehr um das Gesamte. Wie ist die Stimme? Wie die Aufnahme? Ist es langatmig? etc.

 

Fidel Castro – Mein Leben (Interview mit Fidel Castro und Ignacio Ramonet)

… mein Untertitel wäre “Wie Gandhi Kommunist wurde” oder “Wie man die Geschichte verklärt”.

Gleich vorweg: Ich war froh, als das Buch zuende war. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, es zu hören und wurde so sehr enttäuscht. Aber meine Erwartungen waren auch naiv. Ich hatte erhofft, dass hier ein gleichberechtigtes Interview geführt wird, in dem auch kritische Fragen gestellt werden, und man bei ausweichenden Antworten mal nachhakt.

Weitgefehlt! Ramonet (lange Jahre bei meiner geliebten Le Monde diplomatique, Attac-Ehrenpräsident und Mitgründer des Weltsozialforums) lässt Castro hier sein glorifizierendes Erbe dahinschwadronieren. Wenn der Maximo Lider behauptet, in Kuba gebe es keine Folter oder unrechtmäße Todesstrafen, dann schüttelt es mich … zumal diese Aussagen unkritisiert im Raum stehen bleiben.

Und was hat das jetzt mit Gandhi zu tun? Die Stimme, die Fidel Castro spricht, ist die Synchronstimme von Ben Kingsley. Raffiniert! Eine sanftmütige und sympathische Stimme erzählt zum Teil hanebüchenden Müll.

Es sei aber auch klargestellt, dass viele historische Anekdoten sehr interessant sind, und die Amerikaner so dargestellt werden, wie sie sich mindestens damals verhalten haben, als reaktionäre Kolonialisten und Aggressoren.

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Beide Seiten waren und sind kein Kind von Traurigkeit.

 

  1 comment for “fideles hörBuch

  1. Michael
    19. August 2013 at 20:15

    Moin,

    Alfred Lansing – 650 Tage im Eis oder Dennis Avey – Der Mann der ins KZ einbrach kann ich empfehlen.
    Erstes sehr interessant und das 2. natürlich teilweise etwas schwere Kost.

    Bis denne

    Hamburger Gruss
    Michi

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