Radelnde Holländer und beschwipste Erdbeeren

What a night … na ja, eigentlich war es keine wirklich Nacht. Beim Zwischenstopp des Nachtzugs in Hannover gab es erstmal eine Verzögerung von einer Stunde. Grund: Randalierendes Pärchen und dadurch gab es wohl Probleme, wieder einen freien Slot für die Weiterfahrt zu bekommen.
Als ich gerade eingeschlafen war, stiegen in Göttingen gegen 1 Uhr drei Personen in mein Abteil ein … das wars dann auch mit der Nachtruhe. Man sagt mir ja – völlig unberechtigt natürlich – nach, dass ich Schnarchen würde … der eine im Abteil hat aber alles getoppt. Hinzu kam das Ruckeln und die immer stickigere Luft im Abteil. Ich war dankbar, als ich um sechs Uhr aufstehen konnte.
Gegen 6:30 waren wir dann in Basel Bad, aber ich habe mich spontan entschieden, bis Basel SBB zu fahren. Dort musste ich mich erst mal etwas zurechtfinden, aber um 7 Uhr war ich dann auf dem Rad und los gings … leider mit Sprühregen. Aber mit der Zeit wurde der Regen weniger und die Sone kam raus … jetzt drehte sich das ganze. War es vorher gefühlt zu schlecht, wurde es jetzt gefühlt zu gut. Es wurde immer wärmer und gegen 13 Uhr waren es dann 33 Grad.
Die Strecke führte fast die ganze Zeit am Rhein entlang, welcher wirklcih total schön ist. Zum Teil sehr urig, dann wieder beschiffbar und ruhig und in Schaffhausen aus mehreren Meter in Form eines Wasserfalls in die Tiefe fallend.
Unterwegs habe ich zwei holländische Pärchen kennengelernt, die gerade die letzte Etappe der Europastrecke fahren (Spanien – Donau). Wir waren uns einig, dass solche Touren etwas meditatives haben, wenn „nicht die Frauen mit dabei wären“ (O-Ton der eine Holländer).

Etwas später habe ich in Rheinheim MIttag gegessen (Senfeier mit Kartoffeln) und habe im weiteren Verlauf dann meinen ersten Fahrrad“schaden“ gehabt. Die Kette verkantete sich zwischen Rahmen und kleinem Ritzel und ich bekam sie nur mit viel Mühe und dreckigen Fingern wieder aufs Blatt gezogen.

Kurze Zeit fuhr ich mit einer Schweizerin zusammen. SIe kam mir wie gerufen, da in diesem Streckenbereich die Anstiege doch sehr heftig waren (13-14%). Sie, um die 55, drahtig und sehnig, hatte zum Glück auch ihre liebe Müh‘, so dass ich mir nicht ganz so schlecht vorkam.

In Schaffausen kam ich am Rheinfall lang; sehr beeindruckend. Ich blieb dort ein halbes Stündchen und habe unter einem Baum gelegen und gedöst.

Der letzte Streckenabschnitt ging dann aber an die Substanz. Zum einen mehrkte ich die Nscht und die zurückgelegten Kilometer, zum anderen war die Strecke sehr wellig.
Zwischendurch habe ich dann meine Notizen mit den Übernachtungsmöglichkeiten für die Umgebung rausgekramt und entschied mich für Nowaks Gäastehaus in Gailingen. Die Entscheidung sollte ich bereuen. Man muss zu dem Rheinradweg sagen, dass er am Fluß bisweien schon sehr welllig ist und manchma auch ziemliche Anstiegehat, biegt man aber von ihm ab, wird es oft sehr bergig … so auch auf den Weg nach Gailingen hoch. Es waren 14-15% Anstieg über mehrere hundert Meter in einer geschwungenen Kurve. Oben im Ort angekommen, musste ich feststeken, dass die Pension in der Alten Poststraße liegt, welche über die Bergstraße zu erreichen ist … und diese hat ihren Namen verdient.
Irgendwann war ich dann aber bei dem Gästehaus, uns musste leider feststellen, dass diese ausgebucht ist. Ich bin dann zurück in den Ort und habe meinem Bauchgefühl nach mich für das Rheingold entschieden … was eine goldrichtige Wahl war. Sehr nettes Personal, eine hervorragende Küche (Büffelmozzarella vorweg, dann gebratener Saibling und zur Krönung – und das hatte ich verdient!!!! – Erdbeeren mit einer Kugel Vanilleeis … und ich wie zum Schluss hin feststelen musste, die Erdbeeren waren in Cointreau eingelegt. Ein Gesöff, was ich normalerweise meide, wie der Teufel das Weihwasser, aber in Kombination mit den Erdbeeren, war es sehr gut.

Jetzt geht es ins Bett. Morgen möchte ich bis Lindau kommen.

Ach ja, die Strecke heute hat mir gezeigt, dass es im Allgäu für mich hart werden wird.

Zurückgelegte Strecke heute: 127km
Zurückgelegte Höhenmeter: keine Ahnung, der Garmin wollte die Anstiege nicht anzeigen, werde ich mir zuhause anschauen.