Tagebuch eines Deppen

Ich hätte heute morgen auf meinen Bauch bzw. Inneren Schweinehund hören sollen. Während ich mir am Anfang noch eingeredet habe, dass das da ja nur Pulverschnee sei, musste ich nach ein paar Minuten die erste Bekanntschaft mit dem Boden machen … spricht ich habe mich auf die Schnauze gepackt mit dem Rad. Dabei ist wohl meine Fahrradtasche kaputt gegangen (Verschluss) und so eine Fahrradkette mit klammen Fingern wieder auf das Ritzel zu ziehen, ist auch was feines.

Als ich dann abends wieder aufbrach (ich hatte mich dazu durchgerungen, doch mit dem Rad nach Hause zu fahren), kam das nächste Maleure. Kurz hinter den Elbbrücken, stand ich an einer Kreuzung an der Ampel und wartete darauf, dass die Ampel grün zeigte, als ich einen lauten Knall hörte; und mit dem Kopfdrehen sah ich eine Person, die unter einem Laster mitgeschleift wurde. Der LKW kam zum Halten und ich lief rüber, um der Person zu helfen. Die junge Frau raffte sich auf und torkelte über die Straße, der Lastwagenfahrer kam aufgeregt von seinem Bock runter und brabbelte in schlechtem Deutsch vor sich hin. Die Frau war zwar ansprechbar, aber sah deutlich nach Schock aus, außerdem klagte sie über Schmerzen in den Armen. Ich habe dann einen Krankenwagen angerufen, und dann begann das Warten …. wer sich heute in welcher Form auch immer duch Hamburg gekämpft hat, wird mitbekommen haben, dass alles überlastet war. Die Straßen waren ein einziger Stau und die Bahnen überfüllt. Es dauerte also knappe zehn Minuten bis der Krankenwagen kam und die Sanitäter baten mich zu warten, da die Polizei auch gleich kommen müsste, und sie meine Zeugenaussage bräuchten … das dauerte noch mal mindestens eine Viertelstunde … was bei Temperaturen deutlich unter Null nicht gerade angenehm war.
Mein Freund und Helfer kam dann irgendwann und ich musste dann eine Zeugenaussage aufgeben. Die ganze Nummer hat mindestens eine halbe Stunde gedauert und am Ende kam ich dann mit einer Verspätung von mindestens 70min wieder aufs Rad.
An der Straßenlage hatte sich zu morgens nicht wirklich was verbessert, so dass ich Höhe Harburg völlig frustriert kapitulierte und in den Metronom einsteigen wollte … diese Idee hatten ca. 1,5 Mio andere Menschen. Der Harburger Bahnhof war ein Schlachtfeld. Es gab wohl heute irgendwelche Gleisschäden, die dazu führten, dass der Schienenverkehr Richtung Süden quasi zum Erliegen gekommen ist.
Ohne Fahrrad hätte ich mich bestimmt in einen Zug, der irgendwann bestimmt gekommen wäre, gezwängt, aber ich wurde mit dem Fahrrad von allen um mich herumstehenden Menschen so feindlich angeguckt, dass ich auf so ein Event lieber verzichtet habe und mit dem Rad nach Hause gefahren bin.

Die Tour hat insgesamt jetzt drei Stunden gedauert und wenn ich heute was gelernt habe, dann, dass ich auf meinen Schweinehund hören sollte und das feuchtklamme Hände nach drei Stunden kein Gefühl mehr haben …. was den Vorteil hat, dass sie irgendwann auch nicht mehr schmerzen.

Soviel zu den Berichten einer Uschi!

  1 comment for “Tagebuch eines Deppen

  1. Kristin
    16. Dezember 2012 at 21:46

    …oh no!

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