Und am Ende gibt es immer Verrücktere

… oder Personen, die einen beeindrucken … kommt auf die Sichtweise drauf an.

Aber ich will das Resumee auflösen.

Gestern abend war ich mit Freunden in der Hafencity und dem Hafen fotografieren, gegen kurz vor acht ging die Sonne unter und ich  machte mich kurze Zeit später auf, mit dem Rad nach Hause zu fahren. Auf der Georg-Wilhelm-Straße war der, für diese Tage typische – Megastau verschwunden und ich hatte ein gutes Tempo drauf. Kurz bevor ich zu der Alten Harburger Elbbrücke kam, musste  ich an der Ampel halten und drei Radfahrer, die ich vorher überholt hatte, schlossen auf. Der vorderste fragte mich, ob ich über Harburg fahren würde, ich bejahte dies und er fragte mich- nach hinten zeigend , ob ich die beiden bis zur B73 mitnehmen könnte. Es lächelten mich ein älterer und ein jünger Mann in Fahrradklamotten und gut bepackt an. Bevor er dann wegfuhr, holte der ältere seine Geldbörse raus und wollte den “Führer” bezahlen. Dieser lachte nur, schüttelte den Kopf, verabschiedte sich auf englisch und verschwand.

Die beiden Jungs schauten mich jetzt an und ich fuhr los. Auf den ersten Metern musste ich feststellen, dass ich langsamer werden musste und kam so mit dem älteren ins Gespräch. Ich fragte, wohin die beiden denn heute noch wollten. Der alte fragte den jungen etwas in einer Sprache, die ich in Richtung ungarisch o.ä. interpretierte und nach einer kurzen Unterhaltung meinte der alte, dass sie in Richtung Rotenburg wollten … was von hier noch schlappe 60km entfernt war und wir zudem schon 21 Uhr hatten.

Im weiteren Verlauf kam dann raus, dass die Jungs aus Finland kommen (das ungarische und finnische – habe ich irgendwo mal gelesen – sollen verwandt sein) … und zwar irgendwo aus der Mitte, mit dem Rad bis Helsinki gefahren waren, von dort mit dem Flugzeig nach Stockholm geflogen sind, Schweden und Dänemark durchgequert haben und über die Vogelfluglinie nach Deutschland kamen. Das hat mich mächtig beeindruckt. Ich habe schon mal die Ausmaße der skandinavischen Länder unterschätzt und konnte daher mittlerweile gut abschätzen, was sie schon auf dem Tacho hatten (um die 1700km), was ich dann erfuhr, haute mich aber um … auf die Frage, wo das Ziel ihrer Reise liegen würde, kam trocken “Marokko”.

Als Reisezeit haben sie sechs Wochen und eine tgl. Leistung von 150km eingeplant. Geht man von einer konservativ geschätzten Gesamtdistanz von 4700km aus, bleiben da wenige Erholungstage, zumal ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass jeden Tag 150km eine enorme Anstrengung ist. Klar bin ich damals nach Basel alleine gefahren, musste mich selber motivieren, während die beiden Jungs den Schweinehund des anderen jeweils vertreiben und sich gegenseitig motivieren können, aber diese Route finde ich beeindrucken und klasse. Man muss ja auch davon ausgehen, dass man mal krank wird. Als ich damals in Frankenberg Probleme mit den Knien und der Achillessehne bekam, war das extrem frustrierend und gefährdete auch mein Ziel. In 42 Tagen aber ist die Gefahr, ernsthaft krank zu werden oder die logischerweise einhergehenden Abnutzungserscheinungen zu bekommen, ungleich größer.

An der B73 verabschiedeten wir uns, als würden wir uns schon lange kennen, und was zückte der ältere (er hieß auch Mark) was wohl? …. genau seine Geldbörse. Ich habe gelacht, ihnen eine gute Fahrt gewünscht und schon ein bisschen wehmütig gedacht, dass ich gerne mitfahren würde.

Meine Planung bis dahin, mit dem Rad in ein paar Jahren von San Francisco nach L.A. zu fahren, wackelt. Ich kann mir jetzt vorstellen, das Sabbatmodell zu machen. 3/4 Jahr voll arbeiten bei 3/4 Gehalt und bei dem gleichen Gehalt 3 Monate Urlaub zu haben. Wo man da in dieser Zeit überall hinkommen kann … 😉

Sprachenen>de YahooKEerror
und

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.